SNOOKER: TSG vergibt Meisterschaftschance

Das Snookerteam der TSG Heilbronn hat die Chance vergeben bereits in der Premierensaison, nach dem Aufstieg in die 1. Bundesliga, den Titel zu holen.
Einem 8:0 gegen Snooker Ilmenau am Samstag folgte eine unglückliche 3:5-Heimniederlage im Spitzenspiel gegen den 1. SC Mayen-Koblenz.

Dabei ließen nicht nur die aktuellen Trainingsleistungen der Heilbronner Mannen, sondern auch der Auftritt gegen den Tabellenletzten aus Ilmenau am Samstag hoffen. Dem Deutschen Meister Richard Wienold gelang mit 111 Punkten das erste Century-Break in einem offiziellen Spiel und die gesamte Mannschaft gab am Ende nur zwei Frames ab, da sechs von acht Partien mit dem optimalen Ergebnis von 3:0 gewonnen wurden. Daraus resultierte ein überzeugendes 8:0.

Richard Wienold

Richard Wienold

Umso selbstbewusster startete das Team dann am Sonntag – weiterhin als Tabellenführer – gegen den Zweiten aus Mayen. Und die mit ihren beiden belgischen Legionären angereisten Rheinland-Pfälzer bekamen dies auch gleich zu spüren. Soner Sari zeigte abermals eine Glanzleistung gegen Miro Popovic, dem er beim 3:0 keine Chance ließ und dabei den Eindruck vermittelte an diesem Wochenende keinen Frame verlieren zu können. Zwar musste Wienold seine Partie gegen den starken Belgier Kristof Vermeiren 1:3 abgeben, jedoch setzte sich Ismail Türker in einem sehr emotionalen Match gegen Kevin van Hove mit 3:2 durch. Dass jedoch die Heilbronner Nr. 1 Patrick Einsle gegen einen gut aufgelegten Junioren-Nationalspieler Nico Georgopoulos mit 2:3 den kürzeren ziehen würde war nicht vorher zu sehen.

Dennoch erschien das 2:2 zur Pause nicht als Beinbruch und die Zuversicht stieg weiter an, als Wienold dank eines weiteren Century-Breaks von 105 Punkten ein klares 3:0 gegen Popovic erzielte und die TSG mit 3:2 in Führung brachte. Als zeitgleich Türker gegen Georgopoulos 2:0 führte und die Partie Einsle gegen van Hove 1:1 stand hätten viele im Billardzentrum am Pfühlpark auf einen Sieg im Spitzenspiel und die erste deutsche Meisterschaft gewettet. Doch dann riss bei der gesamten Mannschaft der Faden. Der bis dahin souveräne Sari verlor sang und klanglos 0:3 gegen Vermeiren, der sein Programm routiniert herunter spulte und Türker lies den Youngster in Mayener Reihen gewähren und gab die folgenden drei Frames hintereinander ab. So wurde aus einem aussichtsreichen 3:2 ein 3:4-Rückstand. Zwar konnte Einsle seine Partie mit einer kämpferischen Einstellung zum 2:2 ausgleichen, geriet jedoch im Decider schnell deutlich in Rückstand. Als ihm dann gegen Ende die erforderlichen Snooker nicht gelingen wollten, ging auch diese Partie zum Endstand von 3:5 verloren.

Damit waren nicht nur die Tabellenführung, sondern auch alle realistischen Chancen auf die Meisterschaft am Horizont verschwunden. Der 1. SC Mayen-Koblenz liegt nun zwei Punkte in Front und darf, einen Heilbronner Auswärtssieg in Hannover vorausgesetzt, aus seinen beiden letzten Heimspielen gegen Essen und Aachen nur einen Punkt holen. Dies erscheint nach dem heutigen Auftritt kaum denkbar …

Partien 11. + 12. SpieltagTabelle nach 12. Spieltag