Vom 8. bis 15. März 2026 fanden im spanischen Gandia, einer Kleinstadt südlich von Valencia, die Snooker Europameisterschaften der Herren statt.
Von den insgesamt 172 Teilnehmern aus insgesamt 40 Nationen gingen auch sieben deutsche Sportler an den Start, unter ihnen der mehrfache Deutsche Meister der TSG Heilbronn, Richard Wienold.
Den Sieger dieses Turniers erwartete neben dem Titel des Europameisters nicht nur das Preisgeld von mehreren Tausend Euro, sondern auch eine Qualifikation für die Profi-Tour für die Jahre 2026-2028. Aus diesem Grund fanden sich viele ambitionierte europäische Spieler ein, die allesamt als primäres Ziel das Erreichen des Profi-Status hatten.
Gespielt wurde in 4er-Gruppen, in denen jeder gegen jeden antreten musste und sich am Ende die besten 2 für die KO-Runde qualifizieren. Die Gruppenphase wurde in den ersten 4 Tagen ausgetragen und obwohl sich alle Spieler auf dem etwas unterdurchschnittlichen Spielmaterial schwer taten, gab es für das deutsche Team den positiven Ausgang, dass alle Starter die KO-Runde erreichten.
Hierbei gab es allerdings direkt in der ersten KO-Runde ein Duell zweier Deutscher, in dem sich Wienold am Ende gegen seinen ehemaligen Teamkollegen und mehrfachen deutschen Jugendmeister Fabian Haken mit 3:1 durchsetzen konnte.

Richard Wienold
Die anderen Deutschen erreichten auch alle die Runde der letzten 64, in der dann jedoch Wienold gegen einen der englischen Turnierfavoriten, Ashley Carty, ausschied. Christian Richter und Simon Lichtenberg schafften es eine Runde weiter, mussten sich dann aber auch geschlagen geben. Lukas Kleckers schied im Achtelfinale aus, womit die deutschen Hoffnungen auf dem Stuttgarter Umut Dikme lagen, dessen klares Ziel der Titelgewinn war, nachdem er sein Leben in den letzten drei Jahren vollständig auf eine Profikarriere ausgerichtet hatte.
Nach engen Partien erreichte er das Halbfinale, in welchem ein Sieg gegen den 20-jährigen Engländer Oliver Sykes bereits für ein Profi-Ticket gereicht hätte, da das andere Halbfinale vom frisch gekürten U21-Europameister Anton Kazakov gewonnen wurde, der sein Tour-Ticket bereits sicher hatte. Doch der Stuttgarter konnte diese Chance nicht nutzen und unterlag dem englischen Youngster mit 1:4, der nun an seiner Stelle für die nächsten Jahre auf der Profi-Tour dabei sein wird.
Das Finale gewann am Ende der Ukrainer und schaffte somit das Double aus dem U21- und dem Herren-Europameistertitel. Mit einem Break von 140 Punkten spielte er auch die höchste Serie des gesamten Turniers.
Interessant ist, dass Double-Sieger und Neuprofi Kazakov bei der letztjährigen EM in Antalya noch mit 0:4 am Heilbronner Richard Wienold gescheitert war, der in der Folgerunde Europameister Liam Highfield unterlag.
