Der Stuttgarter Nam Van Tran hat den 1. Grand Prix der Landesmeisterschaft Dreiband gewonnen.
In einem hochdramatischen Finale konnte er sich gegen den Pforzheimer Max Augenstein erst im Sudden Death durchsetzen.

Der erste von drei Grands Prix fand am Wochenende beim BC Stuttgart statt.
Zehn der zwölf Teilnehmer waren aufgrund ihrer Platzierung in der Grand-Prix-Rangliste gesetzt.
Weitere zwei Spieler hatten sich eine Woche zuvor den Startplatz in der Qualifikation erkämpft.
Darunter auch der Heilbronner Mehmet Housein, der sich als Sieger des Qualifikationsturniers im Modus jeder gegen jeden durchsetzen konnte. Knapp gescheitert war dagegen sein Mannschaftskamerad Ismail Inal, der dem Viernheimer Rainer Neff unterlag.
Zu den Gesetzten gehörte mit Frank Haberzettl der zweite Heilbronner Starter.

Die TSG-Akteure konnten die Gruppenphase am Samstag beide erfolgreich gestalten und zogen jeweils als Gruppenzweite ins Viertelfinale ein. Bedauerlich war, dass Haberzettl in seinem letzten Gruppenspiel beim Stand von 29:30 gegen Van Tran den Gruppensieg „herschenkte“, der ihm aufgrund des besseren GDs (0,714) sicher gewesen wäre, als er einen machbaren Ball zum Ausgleich ausließ.

Dieses Missgeschick hatte zur Folge, dass die beiden Heilbronner bereits im Viertelfinale aufeinandertrafen, was ansonsten vermieden worden wäre. Dort konnte sich Housein mit einer starken Leistung (GD 1,142) gegen seinen Mannschaftskapitän durchsetzen.

v.l. Haberzettl, Housein

Im Halbfinale traf er auf den Pforzheimer Augenstein, dem er in der Gruppe den Sieg überlassen musste. Und die Revanche schien nur eine Formsache, nachdem Housein mit 17 Bällen in neun Aufnahmen in die Partie gestartet war. Doch der Pforzheimer kam heran und bei Mehmet riss der Faden, bedingt durch einige unglückliche Bälle in Folge. Am Ende ging die Partie an Augenstein.

Das Finale war dann ein echter Thriller. Beim Stand von 36:37 unterlief Van Tran ein Foul durch Zeitüberschreitung.
Daraufhin erhielt Augenstein den Anfangsball und damit die Chance die Partie zu entscheiden. Doch völlig überraschend ließ er diesen aus.
In der 50. und letzten Aufnahme war es dann Van Tran der mit 39:38 in Führung ging, aber den 40. und letzten Punkt nicht erzielen konnte.
So gab er Augenstein erneut die Chance mit zwei Bällen im Nachstoß den Turniersieg zu erringen. Zwar konnte dieser nun den Anfangsball lösen, jedoch ließ er den Matchball aus. Daher musste die Partie im Sudden Death entschieden werden. Ein dem Pforzheimer bekanntes Szenario, der nur zwei Wochen zuvor Landesmeister auf dem kleinen Brett durch einen Sieg im Sudden Death wurde. Doch diesmal legte Van Tran zwei Bälle vor und Augenstein konnte, zum dritten Mal innerhalb weniger Minuten mit dem Anfangsball konfrontiert, nur diesen aber nicht die Folgestellung lösen, was dem Stuttgarter den Turniersieg einbrachte.

Den besten GD aller Turnierteilnehmer hatte am Ende Mehmet Housein mit starken 0,860.